Regenwasser · Veröffentlicht am 27. September 2026

Die Gartensaison neigt sich dem Ende, die ersten Frostnächte kommen – und die Regentonne steht noch halb voll im Garten. Wer jetzt nichts tut, riskiert Risse im Behälter, gesprengte Hähne oder kaputte Anschlüsse. Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, und das kann selbst robuste Kunststofftonnen beschädigen.

Die gute Nachricht: Die Regentonne winterfest zu machen ist keine große Sache. Mit wenigen Handgriffen ist sie in einer Stunde erledigt – und die Tonne übersteht auch harte Frostwinter unbeschadet.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die entscheidende Frage: Wann musst du handeln?

Faustregel: Mache die Regentonne winterfest, sobald der Wetterdienst dauerhaften Frost unter -4 °C ankündigt. Einzelne Frostnächte um die 0 °C sind für die meisten Tonnen unproblematisch, aber wenn es dauerhaft unter Minusgrade geht und das Wasser in der Tonne zu frieren beginnt, steigt das Risiko schnell.

In Deutschland ist das typischerweise:

  • Norddeutschland: November–März (aber sehr variabel)
  • Mitteldeutschland: Oktober–März (manche Jahre früher)
  • Alpenvorland / Mittelgebirge: Oktober–April (härter und länger)

Warte nicht auf den ersten Frost. Wer an einem frühen Oktoberabend die Tonne noch voll hat und über Nacht -6 °C kommen, hat das Problem am nächsten Morgen. Plane die Wintervorbereitung für einen Tag, an dem noch kein Frost im Anmarsch ist.

Ein einfacher Trick: Sobald du den Garten auf den Winter vorbereitest (Pflanzen einholen, Beet abdecken), nimmst du die Regentonne gleich mit.

Was passiert, wenn du nichts tust?

Wasser gefriert bei 0 °C und dehnt sich dabei um ca. 9 % seines Volumens aus. In einem geschlossenen Behälter bedeutet das erheblichen Druck auf die Wandung.

Typische Schäden durch Frost:

  • Risse im Kunststoff – oft unsichtbare Haarrisse, die erst beim nächsten Befüllen auffallen
  • Gesprengte Ablasshähne – der häufigste Schaden, da der Hahn die schwächste Stelle ist
  • Abgeplatzte Anschlüsse – am Zulauf oder am Überlauf
  • Deformierte Böden – besonders bei günstigen Tonnen mit dünner Wandung

Einige Tonnen überstehen Frost schadlos, andere platzen schon bei -5 °C. Du kannst das vorher nicht sicher wissen – daher: lieber vorbeugen.

Schritt 1: Zulauf sperren und vom Fallrohr trennen

Bevor du die Tonne entleerst, trennst du sie vom Fallrohr. Dadurch fließt kein Wasser mehr nach.

  1. Fallrohr-Umleiter oder Anschlusskupplung lösen – je nach Bauart einfach aufzumachen oder mit einem Schraub-/Stecksystem
  2. Fallrohr wieder schließen – damit das Regenwasser im Winter direkt abgeleitet wird und nicht auf die Terrasse oder ins Fundament läuft
  3. Ablaufhahn am Fallrohr-Anschluss schließen (falls vorhanden)

Vergiss nicht, den Ablauf am Fallrohr zu sichern. Wenn der Winter kommt und der erste Regen mit Eis kombiniert wird, willst du nicht stehendes Wasser an der Hauswand haben.

Schritt 2: Tonne vollständig entleeren

Eine Tonne, die komplett leer ist, kann nicht gefrieren. Das Ziel ist, restlos alles Wasser zu entfernen.

So entleerst du die Tonne:

  1. Ablasshahn öffnen – Wasser herauslaufen lassen (zum Gießen oder ins Beet leiten)
  2. Tonne kippen oder umdrehen, um die letzten Liter zu entfernen
  3. Hahn geöffnet lassen, damit kein Restvolumen bleibt

Wenn dein Ablasshahn zu hoch sitzt und ein Bodensatz bleibt: Mit einem Schwamm oder einem kleinen Eimer nachhelfen. Bei größeren Tanks hilft eine Pumpe.

Wichtig: Auch der Zulaufschlauch, etwaige Siphons und Filter-Einsätze müssen wasserfrei sein.

Schritt 3: Reinigung nutzen

Die Winterpause ist ideal für eine gründliche Reinigung der Tonne. Algenschlamm, Sediment und organische Reste sammeln sich am Boden und können im nächsten Jahr Qualitätsprobleme verursachen.

So geht’s:

  1. Tonne auf die Seite legen oder kippen
  2. Innen mit einem Schlauch oder Hochdruckreiniger (niedrige Einstellung) ausspülen
  3. Bei starker Verschmutzung: Bürste und etwas Reiniger ohne Chlor oder aggressive Chemikalien verwenden
  4. Gründlich nachspülen
  5. Trocknen lassen oder mit einem trockenen Tuch ausreiben

Dieser Schritt ist optional, aber empfohlen – besonders wenn du das Wasser für Gemüse oder Kräuter nutzt.

Schritt 4: Einlagern oder an Ort und Stelle überwintern?

Hier gibt es zwei Strategien.

Option A: Tonne einlagern (empfohlen für kleinere Tonnen)

Wenn du eine handliche Tonne hast (bis ca. 200–300 Liter), lohnt sich die Einlagerung:

  • Tonne auf der Seite liegend lagern – so sammelt sich kein Regenwasser
  • Alternativ umgedreht stehend mit dem Boden nach oben
  • Lagerort: Keller, Garage, Schuppen – irgendwo frostgeschützt oder zumindest trocken
  • Deckel und Zubehör separat lagern oder befestigt lassen

Warum liegend oder umgedreht? Eine stehende, leere Tonne mit offenem Deckel füllt sich im Winter durch Schnee und Regen wieder mit Wasser – das friert dann trotzdem.

Option B: Tonne im Garten belassen

Bei großen, schweren Tonnen (500–1.000 Liter) ist das Einlagern unpraktisch. Dann kannst du sie auch draußen stehen lassen – aber nur, wenn du folgende Punkte beachtest:

  1. Vollständig geleert (siehe Schritt 2)
  2. Deckel umgedreht oder fest verschlossen – so läuft kein Regenwasser rein
  3. Hahn geöffnet lassen – damit eventuelle Restmengen abfließen können und sich kein Druck aufbaut
  4. Hahn ausbauen (bei empfindlichen Kunststoffhähnen) und separat lagern
  5. Nicht unter Dachtraufe stellen – Eis und Schneelast können von oben fallen

Gute Qualitäts-Polyethylen-Tonnen in ausreichender Wandstärke überstehen auch Frost bei guter Vorbereitung meist problemlos.

Frost-resistente Materialien: Was kann was ab?

Nicht alle Tonnen sind gleich frostempfindlich. Ein kurzer Überblick:

Material Frostbeständigkeit Hinweis
Polyethylen (PE), hochwertig Gut bis sehr gut Standard bei guten Marken
Polyethylen (PE), dünnwandig Mittel Günstige Tonnen brechen eher
Polypropylen (PP) Mittel Etwas spröder bei Kälte
Edelstahl Sehr gut Verformt sich nicht, aber Anschlüsse prüfen
Holzfass (Eiche, Akazien) Gut Quillt etwas, aber robust
GfK / Glasfaserverstärkt Gut Selten bei Regentonnen
PVC (ältere Tonnen) Schlecht Wird bei Kälte spröde und bricht

Ältere PVC-Tonnen (oft erkennbar am gelblichem Vergilben) sind am empfindlichsten und sollten immer eingelagert werden.

Sonderfall: Tonne angeschlossen lassen?

Manchmal fragst du dich: Muss ich die Tonne wirklich ganz abtrennen, oder reicht es, den Zulauf zu sperren?

Die Antwort: Nur sperren reicht nicht. Auch ohne Zulauf kann Regen oder Schnee über den Deckel eindringen. Außerdem hilft ein gesperrter Zulaufhahn nicht, wenn die Tonne noch halb voll ist – das Wasser, das schon drin ist, friert trotzdem.

Ausnahme: Wenn du eine frostsichere Tonne hast (Hersteller gibt Frostbeständigkeit bis -30 °C an) und sie vollständig entleert ist, kannst du sie auch angeschlossen lassen. Den Deckel aber sichern.

Was mit Zubehör machen?

Vergiss nicht das Drum-und-Dran:

  • Fallrohrfilter: Ausbauen, reinigen und trocken lagern oder frostgeschützt hängen lassen
  • Pumpenschlauch: Entleeren und einrollen, im Keller lagern
  • Tauchpumpe: Aus dem Wasser nehmen, abtrocknen, frostfrei lagern (Pumpengehäuse kann bei Frost reißen)
  • Zulaufschlauch: Entleeren und trocken lagern

Frühjahr: Wieder in Betrieb nehmen

Wenn der Winter vorbei ist und kein Frost mehr zu erwarten ist (in Deutschland meist ab März/April):

  1. Tonne reinspülen (falls nicht im Herbst gemacht)
  2. Zulauf anschließen
  3. Fallrohr-Umleiter öffnen
  4. Filter reinigen oder wechseln
  5. Hahn auf Dichtheit prüfen – Frost kann Dichtungen beschädigen

Beim ersten Befüllen: kurz prüfen, ob alles dicht ist, bevor die Tonne voll läuft.

Schnell-Checkliste: Regentonne winterfest machen

Drucke dir das aus oder speichere es auf dem Handy:

  • Zulauf am Fallrohr sperren / Tonne abtrennen
  • Fallrohr wieder schließen (Wasser ableiten)
  • Tonne vollständig entleeren (Hahn öffnen, kippen)
  • Restliches Wasser aus Hahn und Anschlüssen entfernen
  • Hahn geöffnet lassen oder ausbauen
  • Tonne reinigen (Innen spülen, Schlamm entfernen)
  • Einlagern (liegend/umgedreht) ODER im Garten belassen mit gesichertem Deckel
  • Filter ausbauen und reinigen
  • Pumpe und Schlauch frostfrei lagern
  • Frühjahr: Wiederinbetriebnahme planen

Fazit

Die Wintervorbereitung der Regentonne dauert weniger als eine Stunde – und rettet dich vor teuren Schäden. Die wichtigsten Punkte: rechtzeitig handeln (vor dem ersten Dauerfrost), vollständig leeren und den Zulauf trennen. Ob du die Tonne einlagerst oder draußen lässt, hängt von ihrer Größe und Materialqualität ab. Mit den Tipps in diesem Artikel übersteht deine Regentonne auch harte Winter problemlos – und ist im Frühjahr sofort wieder einsatzbereit.

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