Eine Zisterne ist die größte und dauerhafteste Lösung, um Regenwasser zu sammeln. Anders als eine Regentonne fasst sie mehrere tausend Liter, liegt frostsicher unter der Erde und ist von außen fast unsichtbar. Der Einbau ist aber eine größere Investition als eine Tonne am Fallrohr. In diesem Ratgeber erfährst du, mit welchen Kosten du rechnen musst, wie der Einbau abläuft und worauf du bei der Planung achten solltest.
Was kostet eine Zisterne? Die Preisübersicht
Die Gesamtkosten setzen sich aus drei Teilen zusammen: dem Behälter selbst, dem Zubehör (Filter, Pumpe, Steuerung) und den Erdarbeiten. Grobe Richtwerte:
| Volumen | Zisterne allein | Komplettpaket inkl. Zubehör und Einbau |
|---|---|---|
| 2.000 Liter | 400–700 € | 1.800–3.000 € |
| 3.000 Liter | 600–900 € | 2.200–3.800 € |
| 5.000 Liter | 900–1.400 € | 3.000–5.500 € |
| 10.000 Liter | 1.800–2.800 € | 5.000–9.000 € |
Diese Preise sind grobe Richtwerte und schwanken je nach Region, Bodenart und Anbieter deutlich. Hol dir vor der Entscheidung mindestens zwei bis drei Angebote ein.
Was die Kosten beeinflusst:
- Bodenart: Sandiger Boden lässt sich leicht ausheben, felsiger oder sehr lehmiger Boden treibt die Kosten für den Aushub nach oben.
- Zufahrt: Kommt ein Bagger direkt ans Loch, oder muss von Hand gegraben werden?
- Grundwasserstand: Bei hohem Grundwasser braucht die Zisterne eine zusätzliche Verankerung gegen Auftrieb, das kostet extra.
- Material: Kunststoff ist meist günstiger als Beton, dafür ist Beton besonders stabil und schwer genug, um von selbst gegen Auftrieb zu wirken.
- Eigenleistung: Wer selbst gräbt und nur den Anschluss vom Fachbetrieb machen lässt, spart oft mehrere hundert Euro.
Welches Material passt zu dir?
Kunststoffzisterne
Die häufigste Wahl für Privatgärten. Leicht, günstig im Einkauf, einfach zu transportieren und einzubauen.
- Vorteile: günstiger, leichter zu handhaben, viele fertige Komplettpakete erhältlich
- Nachteile: muss bei hohem Grundwasser gegen Aufschwimmen gesichert werden (Verankerung oder Betonplatte)
Betonzisterne
Schwerer, stabiler, meist als Fertigteil geliefert und mit einem Kran eingesetzt.
- Vorteile: hohes Eigengewicht wirkt von selbst gegen Auftrieb, sehr langlebig, befahrbare Modelle für die Einfahrt erhältlich
- Nachteile: teurer, für den Einbau ist meist ein Kranwagen nötig
Flachtank
Eine flache Bauform für Grundstücke mit wenig Aushubtiefe, etwa wenn Leitungen oder Grundwasser im Weg sind.
- Vorteile: passt auch bei flachem Baugrund
- Nachteile: braucht dafür mehr Fläche, bei gleichem Volumen aufwendiger im Einbau
So läuft der Einbau ab
- Planung: Zisternengröße berechnen, Standort festlegen (idealerweise nah am Haus, aber nicht direkt am Fundament), bei der Gemeinde nach Förderung fragen.
- Genehmigung/Anzeige prüfen: Für die reine Gartenbewässerung ist meist keine Genehmigung nötig. Soll die Zisterne auch Toilette oder Waschmaschine versorgen, ist häufig eine Anzeige beim Wasserversorger oder Gesundheitsamt vorgeschrieben, das solltest du vorher klären.
- Aushub: Die Grube wird ausgehoben, meist etwas größer als die Zisterne selbst, damit rundherum verdichtet werden kann.
- Fundament: Je nach Untergrund kommt eine Sandschicht oder Betonplatte als Basis hinein.
- Zisterne einsetzen: Bei einer Kunststoffzisterne wird meist gleichzeitig Wasser eingefüllt, während rundherum verfüllt wird, damit sie durch den Druck von außen nicht verformt.
- Anschluss: Zulauf vom Dach über einen Filter, Überlauf zum Kanal oder zur Versickerung, Kabel oder Leitung für die Pumpe.
- Verfüllen und Abdeckung: Der Deckel bleibt begehbar oder sogar befahrbar (je nach Modell) an der Oberfläche sichtbar.
- Pumpe und Steuerung einbauen und testen.
Für den reinen Gartenanschluss lässt sich vieles in Eigenleistung erledigen, wenn du selbst graben kannst oder einen Minibagger leihst. Für den Innenausbau mit Toilette oder Waschmaschine ist ein Fachbetrieb empfehlenswert, schon wegen der Vorschriften zur Trennung von Trink- und Regenwasserleitungen.
Die richtige Größe wählen
Als Faustregel gilt: 3.000 bis 5.000 Liter reichen für die meisten Einfamilienhausgärten mit Rasen und Beeten aus. Wer auch die Toilette anschließen will, sollte eher zur größeren Variante greifen, da hier ganzjährig Wasser verbraucht wird, nicht nur in der Gartensaison.
Eine grobe Berechnung: Nimm deine Dachfläche mal 0,8 mal den Jahresniederschlag deiner Region (in Deutschland meist zwischen 600 und 900 Liter pro Quadratmeter), das ergibt die maximal sammelbare Menge im Jahr. Die Zisterne selbst muss diese Menge nicht komplett fassen, sie füllt sich ja nach jedem Regen neu.
Die häufigsten Fehler
- Zu klein geplant: Wer später aufstocken will, muss meist neu graben. Lieber am Anfang eine Nummer größer wählen.
- Keine Auftriebssicherung bei hohem Grundwasser: Eine leere Kunststoffzisterne kann bei starkem Regen buchstäblich aus dem Boden gedrückt werden, wenn sie nicht verankert ist.
- Zulauf ohne Filter: Laub und Schmutz setzen sich sonst am Boden ab und verstopfen mit der Zeit die Pumpe.
- Zu nah am Fundament gebaut: Das kann bei manchen Bodenarten die Standsicherheit des Hauses beeinträchtigen, halte Abstand oder lass dich fachlich beraten.
- Förderung erst nach dem Kauf beantragt: Viele Zuschüsse gibt es nur, wenn der Antrag vor der Bestellung gestellt wird.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Genehmigung für eine Zisterne?
Für die reine Gartenbewässerung in der Regel nicht. Sobald das Wasser auch im Haus genutzt wird (Toilette, Waschmaschine), ist meist eine Anzeige bei Wasserversorger oder Gesundheitsamt Pflicht. Frag im Zweifel direkt bei deiner Gemeinde nach.
Wie lange dauert der Einbau?
Bei einem Standardmodell für den Garten meist ein bis zwei Tage, inklusive Aushub, Einsetzen und Anschluss. Bei schwierigem Baugrund oder Innenausbau kann es länger dauern.
Kann ich eine Zisterne nachträglich einbauen?
Ja, das ist auch bei bestehenden Häusern problemlos möglich, solange eine geeignete Fläche im Garten frei ist. Am einfachsten ist es, wenn ohnehin größere Gartenarbeiten anstehen.
Wie oft muss eine Zisterne gereinigt werden?
Mit einem guten Vorfilter reicht meist eine Reinigung alle paar Jahre. Ein regelmäßiger Blick auf den Filter (Laub entfernen) verhindert die meisten Probleme von vornherein.
Fazit
Eine Zisterne ist eine größere Investition als eine Regentonne, dafür bekommst du deutlich mehr Speichervolumen, das frostsicher und unsichtbar unter der Erde liegt. Für die meisten Gärten reichen 3.000 bis 5.000 Liter. Plane großzügig, hol mehrere Angebote ein und frag vor dem Kauf bei deiner Gemeinde nach Förderung.
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